Die männlichen Mitglieder, genannt „Bürger“, rekrutierten sich vornehmlich aus dem Gebiet der Hospitalstraße mit seinen angrenzenden Straßen. Es war üblich, dass man der Gesellschaft beitrat, wo man wohnte. Später kam als wichtiges Kriterium auch die Freundschaften und/oder die Zugehörigkeit einer Burschenschaft dazu.
Stadtplanausschnitt mit Hospitalstr. und angrenzenden Str., Wappen der Stadt
Als Bürger einer Gesellschaft musste man verheiratet sein. Die ledigen Bewohner organisierten sich im Burschenschaften, siehe auch die Burschenschaft „Hoffman, Auf der Bach“, ursprünglich August Engelbach zuerst erwähnt 1886. Deren Fahne stammt von 1886.
Im
Jahr des Grenzgangsfestes, alle sieben Jahre, wird die Männergesellschaft
im April gegründet und am Ende des Jahres in der Abschlussversammlung
aufgelöst.
Nach
Gründung werden in den ca. 10 Versammlungen vor der Grenzbegehung
die Führer und anderen Vorstandsmitglieder gewählt.
Die
Bürger, die sich als Reiter zur Verfügung stellen, werden bestätigt.
Die
Versammlungen dienen der Vorbereitung für das Grenzgangsfest im August.
Parallel
zu den Bürgern organisieren sich die Bürgerinnen und besprechen
in eigenen Versammlungen, wie sie die Bürger bei der Organisation
des Grenzgangsfestes unterstützen können. In einer gemeinsamen
Veranstaltung von Bürgerinnen und Bürgern wird eine Schleife
für die Gesellschaftsfahne überreicht. Die Schleife wird von
den Bürgerinnen hergestellt.
Die
Fahne einer Gesellschaft ist für die Grenzgänger etwas besonderes.
Man verbindet mit der Fahne die Begriffe von Orientierungshilfe beim Marsch
über die Grenze, Zusammengehörigkeitssymbol über den Grenzgang
hinaus, Integrationscharakter für die Bürger und insbesondere
für die neuen Bürger, die mit ihrem Gelöbnis auf die Fahne
die Treue zur Gesellschaft bekunden.
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Auf
den Frühstücksplätzen wird sie von den Fahnenträgern
über den Köpfen der Gäste der Gesellschaft geschwungen,
wenn die Gäste „unter die Fahne genommen“ werden.
Am
Wichtigsten erscheint mir, dass die Fahne mit ihrer Symbolik die Bürger,
im Sinne der Tradition des Grenzgangsfestes, daran erinnert, einig in Freundschaft
und Frieden zusammenzukommen. Verdeutlicht wird das durch die beiden Männerhände
auf der Fahnentuchseite, die sich fest drücken.
1994 konnten wir das 100-jährige Jubiläum der alten Fahnen gebührend feiern.
Am 12. August 2000 fand die Präsentation der neuen Fahne auf der Lippershardt statt.
Nach
Auflösung der Gesellschaft, im November des Grenzgangsjahres, wird
als sog. Zwischengesellschaft die „Hospitalia“ gegründet. Der Vorstand
wird übernommen und führt die Geschäfte weiter. Bei der
Hospitalia als Zwischengesellschaft besteht für Burschen oder neue
Bürger die Möglichkeit schon zwischen den Grenzgängen beizutreten.
Die
Gesellschaft verfügt über einen Waldplatz mit Schutzhütte,
der Lippershardt. Hier trifft man sich gerne zu div. Veranstaltungen: Wanderungen
Fasspartien und dem Kartoffelbraten.
Für
die Unterhaltung des Waldplatzes werden die Bürgerinnen und Bürger
zu Arbeitsdiensten aufgefordert. Unterstützt werden wir von den Burschen
der Burschenschaft „Hoffmann, Auf der Bach“.
Es wird für jedes Jahr ein ansprechendes Programm angeboten.
Alle fiebern schon dem nächsten Grenzgang in 2012 entgegen.
Rainer
Höhn, 1. Führer