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Die Männergesellschaft Hospitalstrasse stellt sich vor
 

 
Die Männergesellschaft Hospitalstraße zwischen den Grenzgängen Hospitalia, ist eine der ältesten Grenzgangsgesellschaften von Biedenkopf.
Erstmals erwähnt wurde die Gesellschaft 1864. Die Fahne stammt von 1894.

Die männlichen Mitglieder, genannt „Bürger“, rekrutierten sich  vornehmlich aus dem Gebiet der Hospitalstraße mit seinen angrenzenden Straßen. Es war üblich, dass man der Gesellschaft beitrat, wo man wohnte. Später kam als wichtiges Kriterium auch die Freundschaften und/oder die Zugehörigkeit einer Burschenschaft dazu.

Stadtplanausschnitt mit Hospitalstrasse und angrenzenden Strassen, Wappen der Stadt

Als Bürger einer Gesellschaft musste man verheiratet sein. Die ledigen Bewohner organisierten sich im Burschenschaften,  siehe auch die Burschenschaft „Hoffman, Auf der Bach“, ursprünglich August Engelbach zuerst erwähnt 1886. Deren Fahne stammt von 1886.

Im Jahr des Grenzgangsfestes, alle sieben Jahre,  wird die Männergesellschaft im April gegründet und am Ende des Jahres in der Abschlussversammlung aufgelöst.
Nach Gründung werden in den ca. 10 Versammlungen vor der Grenzbegehung die Führer und anderen Vorstandsmitglieder gewählt.
Die Bürger, die sich als Reiter zur Verfügung stellen, werden bestätigt.
Die Versammlungen dienen der Vorbereitung für das Grenzgangsfest im August.
Parallel zu den Bürgern organisieren sich die Bürgerinnen und besprechen in eigenen Versammlungen, wie sie die Bürger bei der Organisation des Grenzgangsfestes unterstützen können. In einer gemeinsamen Veranstaltung von Bürgerinnen und Bürgern wird eine Schleife für die Gesellschaftsfahne überreicht. Die Schleife wird von den Bürgerinnen hergestellt.

Die Fahne einer Gesellschaft ist für die Grenzgänger etwas besonderes. Man verbindet mit der Fahne die Begriffe von Orientierungshilfe beim Marsch über die Grenze, Zusammengehörigkeitssymbol über den Grenzgang hinaus, Integrationscharakter für die Bürger und insbesondere für die neuen Bürger, die mit ihrem Gelöbnis auf die Fahne die Treue zur Gesellschaft bekunden.
 

Auf den Frühstücksplätzen wird sie von den Fahnenträgern über den Köpfen der Gäste der Gesellschaft geschwungen, wenn die Gäste „unter die Fahne genommen“ werden.
Am Wichtigsten erscheint mir, dass die Fahne mit ihrer Symbolik die Bürger, im Sinne der Tradition des Grenzgangsfestes, daran erinnert, einig in Freundschaft und Frieden zusammenzukommen. Verdeutlicht wird das durch die beiden Männerhände auf der Fahnentuchseite, die sich fest drücken.

1994 konnten wir das 100-jährige Jubiläum der alten Fahnen gebührend feiern.

Am 12. August 2000 fand die Präsentation der neuen Fahne auf der Lippershardt statt.

Nach Auflösung der Gesellschaft, im November des Grenzgangsjahres, wird als sog. Zwischengesellschaft die „Hospitalia“ gegründet. Der Vorstand wird übernommen und führt die Geschäfte weiter. Bei der Hospitalia als Zwischengesellschaft besteht für Burschen oder neue Bürger die Möglichkeit schon zwischen den Grenzgängen beizutreten.
Die Gesellschaft verfügt über einen Waldplatz mit Schutzhütte, der Lippershardt. Hier trifft man sich gerne zu div. Veranstaltungen: Wanderungen Fasspartien und dem Kartoffelbraten.
Für die Unterhaltung des Waldplatzes werden die Bürgerinnen und Bürger zu Arbeitsdiensten aufgefordert. Unterstützt werden wir von den Burschen der Burschenschaft „Hoffmann, Auf der Bach“.

Es wird für jedes Jahr ein ansprechendes Programm angeboten.

Alle fiebern schon dem nächsten Grenzgang in 2019 entgegen.
 

 
Rainer Höhn, 1. Führer

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